Über Heinrich Kuhn

 

Heinrich Kuhn

  • Krankenpfleger und Physiotherapeut
  • Lehrer der F M. Alexander-Technik
  • Mitglied bei G.L.A.T. und STAT (Society of Teachers of the AT, GB London)
Alexandertechnik Heinrich Kuhn

 

1988 – 1990: Ausbildung zum Lehrer für F. M. Alexander-Technik an der Basler Schule für F. M. Alexander-Technik, Yehuda Kupermann
1991 – 1992: Schmerzklinik, Basel (CH)
1991 – 1999: Assistent an der Basler Schule für F. M. Alexander-Technik
    seit 1992: Vater
    seit 1993: Freie Praxis Konstanz
1998 – 2005: Gründung und „ins Laufen bringen“: lebendiges lernen e.V. mit dem Kindergarten-Schulprojekt
Schule für lebendiges Lernen – Freie aktive Schule Konstanz (GHS) mit Kindergarten (www.lebendiges-lernen-ev.de)
    seit 2001: Mit der Geburt des letzten Kindes, Vater von drei Töchtern
    seit 2001: Leiter Aus-/Fortbildung zum/zur Lehrer/in der F.M.Alexander-Technik
    seit 2005: Zusammenarbeit mit dem Schmerztherapeutischen Arbeitskreis Landkreis Konstanz

 

Mein Selbstverständnis der Alexander-Technik

Ich bin Physiotherapeut mit der zusätzlichen Qualifikation „Lehrer“ der F.M. Alexander-Technik. Patienten bzw. Klienten suchen mich in der Regel ohne ärztliche Verordnung auf. Es kann jedoch auch sein, dass sie sich aufgrund ärztlicher Empfehlung an mich wenden. Aber in erster Linie sind sie alle Mensch, ein Mensch der ein Recht auf respektvolle Begegnung hat.

Mithilfe meiner Hände ermögliche ich den Klienten sich z.B. in Ruhe oder in der Bewegung neu zu erfahren. Es gebietet mir der Respekt vor jedem, ihn entsprechend seiner Möglichkeiten dabei mit einzubeziehen. (Ansonsten käme meine Handeln einer übergriffigen Manipulation gleich) Die Arbeit mit z.B. einem Säugling oder einem Alzheimererkrankten kann still erfolgen. Um guten Kontakt zu erreichen und beibehalten zu können (Vertrauensbasis), kann sprechen trotzdem sinnvoller und deshalb notwendig sein. Intellektuell ansprechbare Menschen wollen im allgemeinen meine Tätigkeit auch erläutert haben.

Bei dem Anwenden der Prinzipien der F.M. Alexander-Technik geht es darum, die genetisch veranlagte und von selbst nach Verwirklichung strebende Ausrichtung zuzulassen anstatt diese zu behindern und zu stören. Leider ist der angewöhnte Umgang mit sich selbst üblicherweise auf einem qualitativ niedrigen Niveau, an das man/frau sich zu allem Überfluss auch noch im Laufe seines Lebens gewöhnt hat.

Grundsätzlich hat die Einschätzung der proprioceptiven Wahrnehmung wesentlichen Anteil an der Ausgangsbasis um eine Aktion, bzw. Reaktion angemessen zu planen und zu veranlassen. Durch die stattgefundene Entwicklung weg von der natürlichen Koordination ist diese Einschätzung, die ja eine dynamische Größe ist, vom Verlässlichen „weggewöhnt“ worden. Alle Anstrengungen, die der Mensch jetzt unternimmt, sei es um etwas Banales zu tun oder zur Verbesserung seines gesundheitlichen Zustandes, wird er auf der Basis dieser unzuverlässigen sensorischen Einschätzung unternehmen. Gleichwohl dem Betrachter von außen vielleicht möglich ist, zu sehen, dass das Bemühen, das beabsichtigte Ziel zu erreichen, fehlschlagen muss, so ist das subjektive Erleben des Klienten doch ein anderes.

Diese Erfahrung, wie es sich anfühlt und erlebt, wenn die natürliche Koordination ungestört funktioniert, kann man nicht lernen durch Erklären, Lesen oder Zuhören. Es ist weder eine körperliche Übung noch eine mechanische Tätigkeit. Ich kann sie für mein Gegenüber auch nicht machen.

Alles was ich tun kann ist, den Klienten mittels meiner Hände die möglichst ungestörte Qualität der Ausrichtung bei mir miterleben zu lassen. Dies ist gleichzeitig die Einladung für seinen Organismus, ebenfalls diese ererbte und als Grundqualität gemeinte Qualität wieder zuzulassen.

Erlaubt sich der Klient diese Erfahrung und unterlässt es, sofort wieder die vertraute Selbstwahrnehmung zu suchen und möglichst vollständig wieder herzustellen, kann er sich nicht auf die ihm bis anhin vertraute und damit ihm Sicherheit gebende Weise wahrnehmen. Dadurch kommt er in die, für ihn primär widersprüchliche Situation, in der ihm die Vernunft diese getroffene Entscheidung als stimmig qualifiziert, das Gefühl ihm aber Unsicherheit meldet. Aufgrund seiner bisher gemachten Erfahrungen, Gewohnheiten, etc. wird die Tendenz übermächtig, doch das gewohnte Vorgehen zu nutzen. Durch diese Momente der unvertrauten Selbstwahrnehmung bedarf es meine Begleitung des Klienten. Ich unterstützte ihn dabei, die von ihm als notwendig erachteten Entscheidungen weiter aufrecht zu erhalten und so zu einer verlässlicheren sensorischen Einschätzung zu kommen und damit eine zunehmend objektivere Selbstwahrnehmung zuzulassen. Am Beispiel von komplexen Bewegungen wie Liegen, Gehen oder das vermeintlich einfache Stehen oder Sitzen zeigt sich der Grad der aktuellen Freiheit darin, die Prinzipien anzuwenden.

Somit besteht meine Arbeit darin, die Patienten, bzw. Klienten, durch ihre ureigensten inneren Prozesse zu begleiten, die sie in ihrer, durch die Arbeit ausgelösten, Entwicklung durchlaufen.  Es erschließt sich ihnen dabei zunehmend ihre Einflussmöglichkeit im „wie sie etwas tun“ oder „wie sie reagieren“.

Abschließend möchte ich noch einmal erwähnen, dass „Lehrer der F.M. Alexander-Technik“ eine Berufsbezeichnung aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts ist, aber nichts mit Lehrer gemein hat. Was den Kern meiner beruflichen Tätigkeit besser treffen würde, wäre Berater, also F.M. A-T Berater oder Begleiter für die Prozesse die durch die F.M. A-T in Gang kommen.